Meldung

Europäisches Strategietreffen gegen Antisemitismus in Berlin

19.01.2017

Bereits zum achten Mal tagte das European Forum on Antisemitism in Berlin. Das Gipfeltreffen jüdischer Gemeinde- und Organisationsvertreter wird seit 2008 vom AJC Berlin Ramer Institute veranstaltet, seit 2011 in Zusammenarbeit mit der Friedrich Ebert Stiftung.

Ziel des Forums ist es, Handlungsstrategien im Umgang mit Judenfeindschaft zu diskutieren und natürlich der gegenseitige Austausch. Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Der Austausch ist heute wichtiger denn je, da in Zeiten der medialen Vernetzung Hassbotschaften gerade nicht an der Landesgrenze haltmachen.“

AJC Berlin Direktorin Deidre Berger merkte an, dass es in vielen Ländern Europas kaum einen Austausch über Maßnahmen und Strategien gibt. Doch es gibt  Vorbilder. So hat Norwegen, dass über Jahrzehnte eine eher passive Rolle im Umgang mit Judenhass   gespielt hat, nun einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der Schritte bei der Erfassung, der Erforschung und konkreten Bekämpfung des Antisemitismus vorsieht. Besonders wichtig:“ Der Schutz jüdischer Einrichtungen im Land soll erhöht werden“, betonte der norwegische Parlamentsabgeordnete  Olav Syversen, der begleitet von der renommierten Tageszeitung „Dagen“ für die Vorstellung des Berichts nach Berlin gereist ist. Auch das Parlament in Großbritannien legte jüngst einen Maßnahmenkatalog vor. Jonathan Arkush vom Board of Deputies, dem Zentralrat der Juden im Vereinigten Königreich, begrüßte den Maßnahmenplan beim Treffen in Berlin. 

Rabbi Andrew Baker, AJC Director for International Jewish Affairs, unterstrich die Notwendigkeit einer einheitlichen Definition zum Thema Antisemitismus, damit Straftaten einheitlicher erfasst werden können. Das AJC wird sich daher auch im kommenden Jahr bemühen, dass die Arbeitsdefinition Antisemitismus international eingesetzt wird. Im Mai letzten Jahres beschloss die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) die Arbeitsdefinition. 

19.01.2017 Meldung

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