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Wie ungerecht die Vereinten Nationen Flüchtlinge behandeln

30. November 2016

Hat die UN tatsächlich die Ressourcen, um  angemessen mit dem derzeitigen Flüchtlingsstrom umzugehen? 39.000 Mitarbeiter widmen sich bei den Vereinten Nationen der Flüchtlingshilfe. Doch nur ein Drittel von ihnen kümmert sich um die 16,1 Millionen Flüchtlinge, die überwiegend von Syrien, Irak, Eritrea und Somalia nach Europa kommen.

Für wen arbeiten die anderen mehr als 30.000 UN-Mitarbeiter? Sie sind mit einer Flüchtlingssituation beschäftigt, die vor 68 Jahren mit dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 begann, als arabische Kräfte bei dem Versuch gescheitert sind, den gerade entstehenden israelischen Staat zu zerstören. Etwa 750.000 Araber haben den Staat Israel verlassen. Bis heute gibt es über die Gründe dafür Meinungsverschiedenheiten. Sicher ist, dass viele Menschen vor dem Krieg flohen, andere jedoch auch, weil arabische Staats- und Regierungschefs sie dazu aufriefen , unter Druck setzten und versprachen, dass sie nach dem Sieg über die Juden wieder zurückkehren könnten.

Nur wenige der 750.000 Araber, die Israel verließen bzw. geflohen sind,  sind heute noch am Leben. Doch heute betreut die UN auch die Nachkommen dieser Menschen, etwa  5,2 Millionen.

Während die Welt mit der größten Flüchtlingswelle seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert wird, werden die Unterschiede in der Behandlung von denjenigen, die als palästinensische Flüchtlinge gelten und allen anderen, immer gravierender.

Zwei Agenturen, zwei Definitionen von Flüchtlingen

Die UN unterhält zwei Agenturen für die Flüchtlingshilfe. Die „UN Relief and Works Agency for Palestine“ (UNRWA) konzentriert sich ausschließlich auf die Palästinenser und ist damit die einzige internationale Flüchtlingsagentur, die exklusiv nur einer Volksgruppe hilft. Der „UN High Commissioner for Refugees“ (UNHCR) hilft unterdessen allen anderen Flüchtlingen, unabhängig von ihrer Herkunft. Wer als Flüchtling gilt, entscheiden die beiden Institutionen nach unterschiedlichen Maßstäben.

Laut dem UNHCR sind Flüchtlinge Personen, die vor Konflikten oder Verfolgung fliehen – eine Definition die nach der UNHCR 16,1 Millionen Menschen weltweit einschließt.

Anders die UNRWA, die allein 5,2 Millionen Menschen als Flüchtlinge klassifiziert, da die UN der UNRWA erlaubte, alle Nachkommen der ursprünglich ca. 750.000 Flüchtlinge, mittlerweile teilweise in der 5. Generation, als Flüchtlinge zu behandeln.

Verschiedene Zielsetzungen

Die Zielsetzung der UNHCR ist die sichere Unterbringung der Flüchtlinge in einem anderen Land. “Wir streben zudem an, dauerhafte Lösungen zu finden.“ „Über ein halbes Jahrhundert hat der UNHCR Millionen Menschen geholfen ein neues Leben zu starten,“ wird auf der Webseite verlautbart.

Anders die UNRWA. Sie versucht nicht, die Flüchtlinge umzusiedeln, sondern sie stattdessen in Lagern zu halten, meist in Syrien oder dem Libanon, die zudem unter großer Belastung durch den syrischen Bürgerkrieg stehen. 1951 hat der damalige UNRWA Direktor John Blanford  einen Umzug von bis zu 250.000 UNRWA-Flüchtlingen in arabische Länder vorgeschlagen, um diesen dauerhaft eine Perspektive zu schaffen. Allerdings lehnten die arabischen Staaten eine Kooperation ab. Blanford trat daraufhin zurück. Kein UN-Offizieller hat seitdem je versucht, es Blanford gleichzutun.

Die jüdischen Flüchtlinge

Die meisten glauben, dass der arabisch-israelische Krieg ausschließlich die Flucht von Arabern zur Folge hatte. Aber es gab tatsächlich eine zweite Gruppe von Flüchtlingen, sogar in ähnlich großer Anzahl, wie die der arabischen Flüchtlinge: Juden aus arabischen Ländern. Diese jüdischen Flüchtlinge haben keine spezielle Hilfe von der UN erhalten, nachdem sie aus ihrer angestammten Heimat und ihren Häusern zum Teil mit Gewalt vertrieben worden sind. Tatsächlich haben sich die meisten entschieden, nach Israel und in andere Staaten umzusiedeln. Die arabische Welt war vormals Heimat für mehr als 850.000 Juden. Heute sind es weniger als ein paar Tausend Juden, die in arabischen Ländern leben.

Zurücksetzung des Friedensprozess

Der UNRWA wird seit langem vorgeworfen, anti-israelische Tendenzen zu fördern. Die folgenden Enthüllungen der letzten Jahre offenbaren, dass die Agentur die Neutralität ihrer Angestellten im israelisch-arabischen Konflikt nicht gewährleisten kann:

1.Während des Gazakriegs im Sommer 2014 hat die Terrorgruppe HamasRaketen in UNRWA Schulen in Gaza gelagert. Als die Raketen entdeckt wurden, hat die UNRWA sie an die Hamas übergeben.

2.Im Oktober 2015, inmitten der sogenannten „Messer-Intifada“ hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die von Teilen der UNRWABelegschaft wegen Verbreitung von Antisemitismus und Antizionismus angekündigt.

3.Im Juni 2016 haben Mitglieder des US-Repräsentantenhauses eine Untersuchung angekündigt, nachdem ein Film erschien, der zeigt wie UNRWA-Schule Hass .

 

30.11.2016 Meinung
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Israel

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