Meldung

AJC-Delegation besucht Deutschland

09.12.2015

Am 8. Dezember 2015 beendete eine AJC-Delegation, unter Leitung von AJC Executive Director David Harris, ihren dreitägigen Besuch in Deutschland. Schwerpunktthemen der Reise bildeten die andauernde Flüchtlingskrise, der Kampf gegen Antisemitismus, die wachsende Instabilität im Nahen Osten und die Zukunft der deutsch-israelischen, aber auch transatlantischen, Beziehungen.

„Wir haben Berlin besucht, um die gegenwärtige politische Situation in diesem europäischen Schlüsselland besser zu verstehen, um  Ideen auszutauschen und um unsere Partnerschaften zu stärken“, erklärte  David Harris, Geschäftsführender Direktor des AJC. „Unsere Reise war geprägt von freundschaftlichem Geist und Kooperation. Diese Faktoren  stehen schon lange im Mittelpunkt unserer Beziehung mit der Bundesrepublik Deutschland.“

Um ein unmittelbares Lagebild der gegenwärtigen politischen Situation in Deutschland zu bekommen, traf sich die Delegation neben Klaus-Dieter Fritsche, dem Staatssekretär und Beauftragten für die Nachrichtendienste des Bundes, und Volker Kauder, dem Vorsitzenden der CDU/CSU –Fraktion im Deutschen Bundestag, auch mit Christoph Heusgen, dem außenpolitischen Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Auch die Beziehungen auf diplomatischer Ebene wurden gestärkt. So kam die Delegation zu einem privaten Treffen mit dem amerikanischen Botschafter John B. Emerson zusammen. Außerdem  gab es ein „Diplomatic Luncheon“ mit insgesamt 10 Botschaftern, aus Albanien, Ägypten, Bulgarien, Griechenland, Indien, Marokko, Rumänien, Kanada, Kroatien und Uruguay.

Hilfe für Jesiden zugesichert

 

 

Bereits am Sonntag, den 6. Dezember, kurz nach  Ankunft in Berlin, besuchte die AJC-Delegation eine Unterkunft für jesidische Geflüchtete in Berlin. Im fast zweistündigen Gespräch, teilten die Flüchtlinge – manche von ihnen erst seit wenigen Tagen  in Deutschland – grauenvolle Geschichten der Verfolgung, Ermordung und Vergewaltigung durch den IS.

„Wir haben den Flüchtlingen die Botschaft übermittelt, dass sie nicht alleine sind. Die Welt darf nicht länger über das Schicksal der Jesiden hinwegsehen. Wir als amerikanische Juden fühlen uns verpflichtet unseren Beitrag der Unterstützung zu leisten“, betonte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations.

Erst kürzlich gab das AJC, bereits zum zweiten Mal, die finanzielle Unterstützung für eine Hilfsmission der israelischen Organisation „IsraAid“ für Jesiden im Nordirak bekannt. IsraAid wird in diesem Zusammenhang mit dem Ethno-Medizinischem-Zentrum aus Hannover zusammenarbeiten. Deutschland beheimatet die größte jesidische Community außerhalb des Iraks. Das AJC Berlin Ramer Institute  pflegt  intensive Beziehungen zu jesidischen und kurdischen Gemeinde- und Organisationsvertretern.

Partnerschaft mit der Bundeswehr

Im Rahmen der Reise besuchte die Delegation am Dienstag, den 8.12. 2015 auch die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. David Harris hielt dort bereits zum siebten Mal eine Grundsatzrede vor annähernd 100 hochrangigen Offizieren der Bundeswehr sowie  verschiedener Nato-Staaten. Seit bereits 21 Jahren unterhält das American Jewish Committee  enge Beziehungen mit der Bundeswehr.  Regelmäßig besuchen ausgewählte Delegationen der Führungsakademie das AJC-Hauptquartier in New York. Außerdem organisieren das AJC Berlin Ramer Institute zusammen mit dem AJC-Büro in Jerusalem  seit 2010 Informationsreisen der Bundeswehr nach Israel.

Unterstützung im Kampf gegen Antisemitismus

 

 

Abschließend sicherte Olaf Scholz im Rahmen eines persönlichen Treffens als zehnter  deutscher Bürgermeister die Unterstützung Hamburgs für die Initiative „Mayors United Against Anti-Semitism“ zu. Im Oktober 2015 hatte das AJC die Initiative zusammen mit der Oberbürgermeisterin von Paris, Anne Hildalgo, in Europa gestartet. In den USA wird die Initiative bereits  von über 300 Bürgermeistern unterstützt.

Das American Jewish Committee war die erste und für viele Jahrzehnte auch einzige globale jüdische Organisation, die nach dem Krieg Beziehungen zu Deutschland pflegte. 1998 eröffnete das AJC mit dem Ramer Institute for German-Jewish Relations ein festes Büro in Berlin. 

09.12.2015 Meldung

Pressekontakt

Fabian Weißbarth

Tel.: +49 (0)30 22 65 94-12
Fax: +49 (0)30 22 65 94-14

weissbarthf@ajc.org