Meldung

Antisemitismus-Debatte in der AfD: Das Problem beim Namen nennen.

22.06.2016

Das American Jewish Committee (AJC) verurteilt den Umgang der AfD mit antisemitischen Aussagen in den eigenen Reihen.

"Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon hat mit seinen Aussagen zum Holocaust und zum Judentum die Grenze zum Antisemitismus offen überschritten. Der Umgang der AfD mit den Aussagen zeigt das ungeklärte Verhältnis der Partei zum Antisemitismus“, sagte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations.

„Wir brauchen kein Gutachten, um das Offensichtliche festzustellen. If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck, then it is a duck”, so Berger weiter.

In einem bereits im Jahr 2012 veröffentlichten Buch schrieb Gedeon u.a. die Hauptschuld am Zweiten Weltkrieg der Hitler-Regierung zuzuschreiben, sei eine „im Wesentlichen vom Zionismus diktierte Version“. Zudem bezeichnete der AfD-Politiker das Judentum als „den inneren Feind des Abendlandes“.

Nach der Arbeitsdefinition zur Leugnung und Verharmlosung des Holocaust der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA), ist Holocaustleugnung „in allen ihren verschiedenen Formen stets Ausdruck von Antisemitismus. Wer den Völkermord an den Juden leugnet, versucht, Nationalsozialismus und Antisemitismus von Schuld und Verantwortung für diesen Völkermord am jüdischen Volk zu entlasten.“

“Leider sind die Aussagen des AfD-Politikers kein Einzelfall. Der Vorgang reiht sich ein in eine Kette von Versuchen in ganz Europa, die Einzigartigkeit des Holocausts zu relativieren und die Geschichte des Zweiten Weltkrieges umzuschreiben“, sagte Berger abschließend.

22.06.2016 Meldung
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