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Bundesregierung bestätigt: Israel einziges Land von WHO kritisiert

30.06.2016

Wie Außenamts-Staatssekretärin Maria Böhmer in einer schriftlichen Antwort auf eine Frage der Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck bestätigt, ist die Resolution der  Weltgesundheitsorganisation (WHO)zu  Israel der einzige länderspezifische Beschluss seit langem.

Wie das Wall Street Journal am 15. Juni berichtete, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit eine besonders bemerkenswerte Prioritätensetzung. Anstatt sich auf ernsthafte Herausforderungen wie das Zika-Virus oder Ebola zu fokussieren, beschäftigte sich die WHO in ihrem ersten Jahrestreffen im Mai ausgerechnet mit Israel und den spezifischen Problemen in der „besetzten Westbank“ und den „besetzten Golanhöhen“.

Eine Resolution, die von der palästinensischen Delegation und dem arabischen Block eingebracht wurde, warf Israel vor, die mentale, psychische und physische Gesundheit in den besetzten Gebieten zu verletzen. Die Resolution fand eine Mehrheit von 107 Staaten. Es war die erste und einzige länderspezifische Resolution, welche die WHO in den vergangenen Jahren beschlossen hat. Eine nun veröffentlichte schriftliche Antwort der Bundesregierung, die dem dem AJC vorliegt bestätigt das:

„Nach Kenntnis der Bundesregierung hat die Weltgesundheitsversammlung weder in der diesjährigen noch in einer der vergangenen Tagungen vergleichbare Beschlüsse zu bestimmten besetzten Gebieten oder Staaten gefasst“, so Staatssekretärin Maria Böhmer in ihrer schriftlichen Antwort vom 23. Juni.

Deutschland stimmte zusammen mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich der einseitigen Resolution zu. Alleinig die USA, Kanada, Australien, Paraguay, Guatemala, Mikronesien und Papua Neuguinea stimmten dagegen. 

Die internationalen Delegierten weigerten sich jedoch zugleich das Bombardement auf die syrische Zivilbevölkerung durch syrische und russische Kampfbomber oder die humanitäre Katastrophe in Yemen oder anderen Ländern zu thematisieren.

Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien hat Israel bis zu 3000 syrische Verwundete in israelischen Krankenhäusern behandelt, obwohl beide Staaten miteinander verfeindet sind. Auch viele Palästinenser genießen medizinische Behandlung in Israel. Vor zwei Jahren wurde gar die Tochter von Hamas-Führer Ismail Haniyeh in einem Krankenhaus in Tel Aviv behandelt. 

30.06.2016 Meldung

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