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Deutsche Steuergelder für Hamas? AJC fordert vom Auswärtigen Amt rasche Aufklärung in der Causa "World Vision"

05.08.2016

Das American Jewish Committee (AJC) ruft das Auswärtige Amt zu einer transparenten und zügigen Untersuchung der Mittelvergabe an die Hilfsorganisation World Vision auf. Wie israelische Behörden veröffentlichten, sollen bis zu 60 % der Hilfsmittel von World Vision für Projekte in Gaza durch die Hamas für deren militärische Zwecke abgezweigt worden seien. Australien hat nach der Veröffentlichung die Zahlungen an World Vision für die Arbeit in palästinensischen Gebieten vorerst eingestellt.

„Deutschland ist einer der wichtigsten Geldgeber für Infrastrukturprojekte in Gaza. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch deutsche Steuergelder in die Hände der Hamas gelangten. Es braucht daher eine rasche und transparente Aufklärung durch das Auswärtige Amt. Deutschland sollte dem Beispiel Australiens folgen und alle Mittelzuwendungen für die Organisation „World Vision“ stoppen, solange die Aufklärung nicht abgeschlossen ist“, forderte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institutes.

Laut dem Finanzbericht von World Vision für das Jahr 2015 werden Fördergelder des Auswärtigen Amtes für „World Vision“ vor allem in Gaza verwendet. Laut Finanzreport wurden in dem Berichtszeitraum Mittel in Höhe von 789.494 € für Jerusalem/Westjordanland/Gaza verwendet.

Update: Grüne fordern Aufklärung zu World Vision

 

 

Volker Beck hat heute folgende Schriftliche Frage an die Bundesregierung gerichtet: Wofür wurden in den letzten 10 Jahren die Mittel an World Vision zur Verwendung in Gaza jeweils tatsächlich eingesetzt (bitte nach Höhe der Mittel & Verwendung jeweils aufschlüsseln) und wie wird die Bundesregierung in Zukunft damit umgehen?

Dazu erklärt Volker Beck: „Das Auswärtige Amt muss die Mittelvergabe und Mittel-Verwendung an World Vision dringend überprüfen. Es darf keine indirekte Unterstützung der Hamas aus deutschem Steuergeld geben. Etwa 60 Prozent des Jahresbudgets für World Vision Gaza – jährlich 6,4 Millionen Euro – sollen angeblich an die islamistische Terrororganisation Hamas gegangen sein. Diese soll das Geld in militärische Projekte wie den Bau unterirdischer Tunnel sowie Waffenkäufe investiert haben.“

Update 9.8. - Reaktion des Auseärtigen Amts

Das Auswärtige Amt hat vorerst die Hilfsgelder zurückgestellt und will die Mittelvergabe prüfen.

 

 

05.08.2016 Meldung
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