Meldung

#KeinQudsTag 2016

04.07.2016

Auch in diesem Jahr demonstrierten Anhänger des iranischen Regimes und Unterstützer der Terrormiliz Hisbollah in der Berliner City West anlässlich des sogenannten Al-Quds-Tages.  In der Vergangenheit sorgte der Quds-Marsch durch antisemitische Hassparolen, Terror-Verherrlichung und Übergriffe auf pro-israelische Gegendemonstranten immer wieder für Negativ-Schlagzeilen

„Berlin gilt als wichtiger Drehpunkt für Anhänger des iranischen Regimes in Europa. Hier findet einer der größten Al-Quds-Demonstrationen in der westlichen Welt statt, mit zunehmend jungen Teilnehmern statt, die maßgeblich zur Radikalisierung von Regimeanhängern und Hisbollah-Unterstützern beiträgt“,  weiß Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute.

Im Vorfeld der Demonstration wurde der  Umgang mit der Demonstration daher kontrovers diskutiert. Ein Rechtsgutachten, das vom AJC zuvor in Auftrag gegeben wurde, kam zu dem Schluss, dass auf Grund der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit eine örtliche und zeitliche Verlegung der Demonstration notwendig sei sowie Fahnen der Hisbollah und antisemitische Sprechchöre untersagt werden müssten. Innensenator Henkel kündigte daraufhin ein Verbot von Symbolen und Fahnen der Hisbollah an.

 

 

 

Keine guten Vorzeichen also für den Aufmarsch, der in diesem Jahr sein 20. Jubiläum in Berlin feierte. In der Vergangenheit mobilisierten die Teheran-treuen Aktivisten bis zu 3000 Teilnehmer. In diesem Jahr folgten immerhin  800 Menschen dem Aufruf der Veranstalter, darunter Mitglieder der iranischen und libanesischen Community. Nicht wenige sympathisierten trotz Fahnenverbot mit der terroristischen Hisbollah, trugen verdeckt T-Shirts und Fahnen oder das Konterfei ihres Anführers, Hassan Nasrallah. Die Polizei musste vereinzelt bei Verstößen gegen die Auflagen einschreiten.

 

 

 

 

Die Al-Quds-Demonstration wurde in diesem Jahr durch starke Gegenproteste begleitet, an der Politiker verschiedenster Parteien, Mitglieder der jüdischen Gemeinde, Jesiden-Vertreter und Exil-Iraner teilnahmen. Deidre Berger rief in ihrer Rede Deutschland dazu auf, mehr im Kampf gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah zu unternehmen: „Leider hält man in Brüssel noch an der Fiktion fest, die Hisbollah in einen militärischen und einen politischen Flügel unterteilen zu können. Dabei ist die Hisbollah in ihrer Gesamtheit eine Terrororganisation und muss daher von der EU als solche eingestuft werden.“

 

 

 

 

 

 

 

 

Obgleich die Teilnehmerzahl der Al-Quds-Demonstration geringer geworden ist, hat der Al-Quds-Marsch an seinem grundsätzlichen Charakter nichts eingebüßt. Auch in diesem Jahr bezeichneten die Redner auf der Veranstaltung Israel als das Grundübel der Welt. Teilnehmer skandierten Losungen wie „Kindermörder Israel“ oder „Zionismus ist Faschismus“.

 

 

 

 

Der Al-Quds-Tag ist nach der sogenannten islamischen Revolution 1979 von Ayatollah Khomeini als politischer Kampftag gegen Israel und die „westlichen Mächte der Arroganz“ ins Leben gerufen worden.

 

 

Auch in diesem Jahr riefen Demonstrationsteilnehmer in Teheran zur Vernichtung Israels auf. Auch der iranische Präsident Hassan Rouhani nahm daran teil. Ein führender Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden drohte im Vorfeld des Al-Quds-Tages Israel mit Auslöschung. 

04.07.2016 Meldung
Schlagworte: 
AlQuds; Hisbollah

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