Meldung

Kritik an Israel-Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung

01.02.2016

Ein Griff in die Mottenkiste? Die Süddeutsche Zeitung behauptet in ihrer Ausgabe vom 24. Januar, Israel leide „an seinem Kreislauf der Rache“. Deidre Berger, Direktorin des Berliner Büros des American Jewish Comittee kommentiert hierzu in der Jerusalem Post: „Inmitten einer anhaltenden Welle des Terrors gegen israelische Bürger wirft die Süddeutsche Zeitung Israel einseitig die permanenten Angriffe auf israelische Zivilisten vor. Anstatt die Gewalt eindeutig als Terrorismus zu bezeichnen, werden die Angriffe verharmlost, indem sie mit den israelischen Reaktionen auf den Terror gleichgesetzt werden. Dem Artikel, der sich auf Behauptungen stützt, die den Kontext der terroristischen Angriffe verdrehen und die Palästinenser und israelischen Araber als Opfers anstatt als Täter darstellt, fehlt journalistische Ausgewogenheit. Die verwendeten Zitate und Beispiele erzeugen das Bild einer endlosen Spirale der Gewalt, die angeblich von israelischen Rachemotiven gespeist wird.“

Täter und Opfer der „Messer-Intifada“ müssen klar benannt werden. Undifferenzierte Berichterstattung über Israel läuft zudem häufig Gefahr,  durch die Verwendung bestimmter Begriffe wie etwa dem individuellen Bedürfnis nach Rache,  antisemitische Stereotype zu befördern: „Den israelischen Bemühungen, die Gewalt zu stoppen, Rachemotive zu unterstellen, ist ein gefährlicher Vorwurf: Die Behauptung, Juden hätten einen angeborenen Rachedurst, ist eines der ältesten antisemitischen Stereotype. Es ist ein gefährlicher Mythos, Rache als Charaktereigenschaft einer Nation zuzuschreiben. Stattdessen sollten wir Israel als eine der führenden Nationen betrachten, die den Terrorismus bekämpfen um unsere gemeinsamen westlichen Werte zu verteidigen“, so Berger. 

Die Süddeutsche Zeitung steht nicht zum ersten Mal wegen ihrer Darstellungen Israels in der Kritik. 2013 hatte das AJC beim Presserat Beschwerde gegen die SZ eingereicht. Diese hatte zuvor einen Artikel über Israel mit einer Karikatur bebildert, die Israel als gefräßiges Monster darstellt.

01.02.2016 Meldung

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