Meldung

Was amerikanische Juden über die Präsidentschaftswahl denken

29.09.2016

Vier wichtige Schlussfolgerungen aus der neusten AJC-Umfrage  über die amerikanisch-jüdische Einstellungen zur US-Wahl 2016.

Eine klare Mehrheit der amerikanischen Juden unterstützt Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin.

Hillary Clinton würde Donald Trump in der Präsidentschaftswahl unter jüdischen Wählern 61% zu 19% übertreffen. Der libertäre Kandidat Gary Johnson würde 6% der Stimmen bekommen und die Kandidatin der Grünen Partei Jill Stein 3%. Weitere 8% geben an, nicht wählen zu wollen. Die frühere Außenministerin Clinton würde 67% der jüdischen Frauen und 54% der Stimmen unter jüdischen Männern überzeugen. Obwohl sie bei Wählern aller Altersgruppen gewinnen würde, sind die Stimmanteile besonders bei älteren Wählern sehr hoch. Umfrage zeigt auch, dass die frühere Außenministerin Clinton die Unterstützung von 91% der amerikanischen Juden hat, die sich als Demokraten identifizieren. Während Donald Trump nur die Unterstützung von 61% der jüdischen Republikaner gewinnen kann. Eine deutliche Mehrheit findet Hillary Clinton besser geeignet, um mit politischen Themen wie dem Terrorismus, dem Zusammenhalt im Land, der Förderung der US-Israelischen Beziehungen und dem Iran, umzugehen.

Die meisten amerikanischen Juden sind politisch liberal und identifizieren sich mit der Demokratischen Partei.

Nach ihrer politischen Orientierung gefragt, geben 51%  der amerikanischen Juden an,

Ebenso fühlen sich 51% der Befragten den Demokraten zugehörig, 18%  identifizieren sich mit den Republikanern, 26% bezeichnen sich als (davon sind 34% im Alter zwischen 18-29 Jahren), 1% fühlen sich als Libertäre und 2% ordnen sich der Grünen Partei zu. Jüdische Frauen bezeichnen sich noch eher als jüdische Männer als  Liberale und Demokraten.

Nicht überraschend ist die Antwort auf die Fragen, welches Thema bei der Wahl im Herbst für jüdische Wähler in den USA am Wichtigsten ist: Für 51% der Befragten ist die Wirtschaft/Förderung von Arbeitsplätzen das entscheidende Wahlkampfthema.

Die meisten amerikanischen Juden sind der Meinung, dass Antisemitismus ein Problem ist.

73% der amerikanischen Juden betrachten den Antisemitismus als ein Problem des Landes, 21% betrachten den Judenhass im Land als ein ernsthaftes Problem,  52% als eher problematisch. 22% betrachten den Antisemitismus eher nicht als ein Problem, während für 6% der Antisemitismus als Problem keine Rolle spielt

Ein Großteil der amerikanischen Juden glaubt, dass Antisemitismus ein Problem an den Universitäten ist. 23% betrachten die Judenfeindlichkeit dort als ein sehr ernstzunehmendes Problem und 34% als eher problematisch. Dagegen nehmen 22% der Befragten das Thema nicht als ein Problem wahr und 6% sagen, dass es gar kein Problem sei.

Die Orthodoxe Gemeinschaft unterscheidet sich bei vielen Fragen vom übrigen Teil der jüdischen Gemeinschaft in den USA

Orthodoxe Juden, die  9 % der Befragten ausmachen  (äquivalent zum Anteil in der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft) - differieren von dem  gesamt-jüdischen Mehrheitseinstellungen.

So bezeichnen sich 61% als konservativ oder eher konservativ, 21% verorten sich politisch mittig und  8% verstehen sich  eher als liberal.

Die Umfrage zählt doppelt so viele orthodox-jüdische Republikaner wie Demokraten, 47 % zu 24 %. Donald Trump würde Hillary Clinton in der orthodoxen Gemeinschaft mit 50 % zu 21% besiegen. 15% würden gar keine Stimme abgeben, das ein ungewöhnlich hoher Anteil ist.

Im Gegensatz zu der größeren jüdischen Wählerschaft für  die  Wirtschaftsthemen am Wichtigsten sind,  bezeichnen die orthodoxen Juden das Thema Terrorismus/nationale Sicherheit als das wichtigste Thema (68 % gaben es als das wichtigste oder das zweiwichtigste Thema an). Die wachsende demographische Stärke der Orthodoxie in den USA wird deren politische Perspektiven wahrscheinlich auch im lokalen Gemeindeleben verstärken.

 

29.09.2016 Meldung

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