Meldung

AJC alarmiert über wachsende Boykott-Aktivitäten gegen Israel

01.03.2013

Anlässlich der Deutschland-Tour von Omar Barghouti, zeigt sich das American Jewish Committee besorgt über den wachsenden Zuspruch von anti-israelischen Delegitimierungskampagnen in Deutschland. Barghouti spricht sich als führender Vertreter für den Boykott israelischer Waren und Personen aus. Der Mitbegründer der „Boycott – Divestment – Sanctions (BDS)"-Kampagne wird u.a. bei einer Veranstaltung der Berliner Tageszeitung „Taz" und der Leipziger Buchmesse auftreten.

„Die BDS-Kampagne hat die Delegtimierung Israels zum Ziel. Die Grenze zum Antisemitismus ist dann überschritten, wenn die gesamte israelische Gesellschaft in Kollektivhaftung für den Konflikt im Nahen Osten genommen und die israelische Politik mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt wird. Ein führender Vertreter dieser Ideologie kann kein demokratischer Dialogpartner sein", erklärte die Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institutes.

Omar Barghouti lehnte in früheren Statements die Existenz Israels ab und setzte die israelische Politik wiederholt mit dem Nationalsozialismus gleich. Die BDS-Bewegung, die er vertritt, wurde 2005 gegründet. In England sorgte jüngst ein linker Parlamentarier und BDS-Anhänger für Aufsehen, der sich auf einer Diskussionsveranstaltung in Oxford dem Gespräch mit einem Israeli auf Grund seiner Herkunft verweigerte.

„Wer Israelis auf Grund ihrer Herkunft aus dem demokratischen Diskurs ausschließt, verletzt demokratische Grundwerte. Wir müssen aufpassen, dass solche Positionen, auch nicht in Ansätzen, an Boden gewinnen", so Berger weiter.

Organisationen wie „Pax Christi", die „Solidarische Kirche im Rheinland" oder „Medico International" haben sich bereits für Handelseinschränkungen bzw. dem Boykott israelischer Waren ausgesprochen und wurden dabei auch von politischen Vertretern, wie dem Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter, unterstützt. Auch die Verleihung des Adorno Preises der Stadt Frankfurt, im September letzten Jahres, an die führende amerikanische Philosophin und BDS-Aktivistin Judith Butler, hat die BDS-Kampagne stärker in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit gerückt. Im Oktober vergangenen Jahres störten BDS-Aktivisten eine Benefizveranstaltung des Jüdischen Nationalfonds (JNF) in Berlin und warfen den Organisatoren Beteiligung an einer „ethnischen Säuberung" gegen die Palästinenser vor.

Das AJC warnte bereits in der Vergangenheit vor den Auswirkungen anti-israelischer Boykottmaßnahmen.

01.03.2013 Meldung

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