Meldung

AJC protestiert gegen islamistischen Al-Quds-Marsch in Berlin

13.07.2015

Rede von Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute beim Protest gegen die Al-Quds-Demonstration in Berlin 2015. 

- es gilt das gesprochene Wort -

Meine Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde,

wie wichtig es ist, heute hier zusammen zu sein, um gemeinsam Flagge gegen Antisemitismus und Hasspropaganda zeigen zu können.  Es ist ermutigend, dass Unterstützerinnen und Unterstützer aller Parteien und unterschiedlicher Gruppierungen heute hier sind –  Einen großen Dank an die Organisatoren dieser Veranstaltung und Dank an alle, die hier heute teilnehmen!

 Aber wieso sind wir nicht mehr?   Eigentlich müssen alle Demokraten empört sein.  Einen Aufruf zur Vernichtung eines demokratisches Staates geht uns alle an!!  Wir protestieren heute gegen das iranische Regime, das Menschenrechte mit Füßen tritt; wir protestieren, gegen ein Land, das seine Minderheiten verfolgt; wir protestieren gegen ein Land, das seine politischen Gegner foltert und umbringt; wir protestieren, gegen ein Land, das seine Nachbarn bedroht; wir protestieren gegen Ein Land, dessen führende Repräsentanten Antisemitismus predigen. Der sogenannte Al-Quds-Tag ist nichts anderes als antisemitische Volksverhetzung gesteuert aus Teheran!

Vor ziemlich genau einem Jahr wurden wir alle Zeuge davon – ob in Berlin, Essen oder Hannover– wie eng Israelhass und Antisemitismus verknüpft sind.

Liebe Freundinnen und Freunde,

nie mehr wollen wir Szenen wie im letzten Jahr bei den weitverbreiteten anti-israelischen Demonstrationen erleben müssen. Nie mehr sollen Juden als ‚feige Schweine‘ beschimpft werden ohne das dagegen eingegriffen wird.

Niemehr wollen wir erleben müssen, dass Demonstranten gegen den Al Quds Marsch eingekesselt werden, während Islamisten mit Hisbollah-Fahnen ungehindert marschieren können.

Liebe Freundinnen und Freunde,

seit 1996 demonstrieren jedes Jahr Anhänger des iranischen Regimes inmitten Berlins. Dieser sogenannte Jerusalemtag hat ein einzige Ziel: ein Jerusalem ohne Juden und einen Nahen Osten ohne Israel.

Lass uns erinnern:  Zwei Kilometer entfernt vom Breitscheidplatz wurden vor 13 Jahren, am 17.September 1992, fünf Menschen, darunter vier kurdische Exilpolitiker, von Hisbollah-Terroristen im Auftrag des iranischen Geheimdienstes ermordet.

An dieser Stelle möchte ich hier unsere kurdischen Freundinnen und Freunde grüßen, die heute mit uns demonstrieren. Es bedeutet uns viel, das Ihr hier seid.

Keine drei Jahre ist es her, dass bei einem Bombenanschlag der Hisbollah im bulgarischen Urlaubsort Burgas 6 Menschen getötet und 30 schwer verletzt wurden.

Keine zwei Wochen ist es her, dass ein Hisbollah-Kämpfer in Zypern verurteilt wurde. Er plante Anschläge gegen israelische Ziele und jüdische Einrichtungen.

An dieser Stelle möchte ich unsere Mitkämpfer in Wien grüßen, die sich wie wir der Al Quds Demonstration entgegenstellen, in der Stadt, in der dieser Tage über das iranische Atomwaffenprogramm verhandelt wird.  Manch einer glaubt, wir bräuchten den Iran als Partner für Frieden in der Region. Aber mit diesem Regime wird es niemals Frieden und Stabilität geben!

Der Iran schickt zehntausende Raketen nach Libanon und Gaza.

Der Iran unterstüzt das verbrecherische Assad-Regime in Syrien mit Geld, Waffen und Militärs.

Der Iran unterstützt Milizen im Irak und Jemen, die ihre muslimischen Glaubensbrüder brutal ermorden.

Der Iran fördert mit Hisbollah Terrorzellen weltweit.

Der Iran unterdrückt die Kurden im Norden des Landes, die Bahai und andere Minderheiten.

Der Iran ist das Land auf der Erde, in dem am zweithäufigsten Menschen hingerichtet werden.

Wollen wir es etwa zulassen oder dürfen wir es zulassen, dass dieser Iran Atomwaffen erhält?

Nein!

Liebe Freundinnen und Freunde,

Der Vertrag - wie auch immer er gestaltet ist - ist noch nicht mal unterschrieben, und das Bundeswirtschaftsministerium will schon mit einer großen Handelsdelegation in den Iran reisen.

Dürfen wir es hinnehmen, dass mit dem Iran umgegangen wird, als gebe es all den Staatsterrorismus, als gebe es all die Verbrechen, nicht?

Nein! Es darf kein Business as usual mit dem Iran geben.

Liebe Freundinnen und Freunde,

was sagt das eigentlich über unsere Demokratie aus, wenn jedes Jahr aufs Neue Hassbotschaften gegen Israel und Juden hier auf dem Kudamm verbreitet werden?

Wie lange wollen wir noch den Fahnenmeeren der terroristischen Hisbollah zuschauen, ohne das dagegen eingeschritten wird?

Schluss mit den Ausreden! Diese Organisation ist eine Terrororganisation, deren militärischer Flügel auf der EU Terrorliste steht!  Was gibt es da noch zu prüfen?

Wir fordern daher ein Verbot von Hisbollah-Fahnen!

Wie lange wollen wir zuschauen, wie vor allem junge Menschen, oftmals Kinder, hier gegen Israel hetzen?

Wir fordern Schulbücher und Lehrer, die Israel als das darstellen, was es ist: eine vielfältige, offene und lebendige Demokratie!

Wir haben im letzten Jahr protestiert, wir protestieren lauter in diesem Jahr und wir werden noch lauter im kommenden Jahr protestieren!

Jerusalem ist ein Stadt, in der Juden, Christen und Muslime friedlich zusammenleben.

Unser Jerusalem ist ein Jerusalem, in der Tradition und Moderne, Religion und liberale Werte, keine Widersprüche sind!

Dafür stehen wir und dafür danke ich euch!  Am Yisrael Chai!

Shabbat Shalom. 

13.07.2015 Meldung
Schlagworte: 
Al-Quds

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