Meldung

AJC stellt Demokratieprogramme mit dem Berliner Senat vor

14.12.2011

Am 13. Dezember 2011 präsentierten die zuständigen Staatssekretäre Burkhard Jungkamp (Brandenburg) und Mark Rackles (Berlin) gemeinsam mit dem Direktor des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) und Deidre Berger, Direktorin des Berliner Büros des American Jewish Committee (AJC) drei neue Demokratiebildungsprogramme.

„Hands Across the Campus“ und die Grundschulversion „Hands for Kids“ ermutigen die Schülerinnen und Schüler, den Stellenwert der Demokratie in der Einwanderungsgesellschaft als wesentliche Stütze des Gemeinwesens zu betrachten. „Aktiv gegen Antisemitismus“ sensibilisiert die Schüler für Erscheinungsformen von historischem und aktuellem Antisemitismus. Alle drei Programme wurden in transatlantischer Zusammenarbeit entwickelt und sind gezielt für den Einsatz im multikulturellen Klassenzimmer konzipiert. Sie bieten erstmals demokratiepädagogische Ansätze von der ersten bis zur 13. Klasse.

„Unsere Demokratie ist nur so stark, wie die nächste Generation Verantwortung dafür übernimmt, ihre Gesellschaft und Zukunft auszugestalten. Zwar können wir Auswüchse des Extremismus und des Hasses nicht verhindern. Doch durch Kompetenzvermittlung von demokratiefördernden Mechanismen können wir die politische Mitte stärken“, so Deidre Berger (AJC).

Das Grundwerte-Curriculum „Hands Across the Campus“ geht dabei zurück auf die Zusammenarbeit zwischen AJC und dem Los Angeles City School District in den 1980er Jahren. In der nun vorgestellten aktualisierten deutschen Version von „Hands Across the Campus“ sollen Schüler/innen durch interaktive Lernmethoden und die Vermittlung interdisziplinären Denkens neue und alltagsgerechte Zugänge zu demokratischen Werten in Vergangenheit und Gegenwart erschlossen werden. Insbesondere will das Programm dazu beitragen, die Schüler/innen im Engagement und in ihrer Teilhabe an der Schule, in der Gemeinde und der Gesellschaft zu bestärken und sie zu befähigen, andere Identitäten zu respektieren und anzuerkennen.

„Das Besondere an diesen Programmen ist, dass sie Demokratie als ganzheitliche Lebenskultur, als gelebten Alltag erfahrbar machen“, so Staatssekretär Jungkamp. „Die Aufdeckung der rechtsextremen Terrorzelle in den vergangenen Wochen, die für mindestens zehn rassistisch motivierte Morde verantwortlich sein soll, zeigt eindringlich die Notwendigkeit von nachhaltigen Bildungsstrategien, die rechtsextremistischen und antisemitischen Ideologien und Taten entgegenwirken.“ Er wünsche sich, dass viele Schulen im Land die Programme in Zukunft nutzen, so der Bildungsstaatssekretär.

Die Programme wurden gemeinsam mit Hilfe von vielen Lehrer/innen und Schüler/innen aus Berlin und Brandenburg erarbeitet. „Die drei Bildungsprogramme sind zeitgemäße Antworten auf den nach wie vor bestehenden gesellschaftlichen Rassismus,“ so Staatssekretär Mark Rackles. „Ich fordere Schulen und Lehrer auf, die eingängigen und leicht in den Schulunterricht zu integrierenden Materialien in der Grundschule und Sekundarstufe I einzusetzen.“ Auch dadurch unterscheiden sich diese Programme von außerschulischen Sonderprogrammen am Rande des alltäglichen Schulbetriebs. Mit zahlreichen Anregungen zum aktiven Handeln stärken sie das Schulklima und stellen somit bedeutende Instrumente im Schulentwicklungsprozess dar.  

14.12.2011 Meldung

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