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AJC und Islamexperte fordern Maßnahmen gegen Islamismus nach Veröffentlichung des Verfassungsschutz-Berichts

11.06.2013

Nach der Veröffentlichung des Verfassungsschutzberichtes 2013 fordert das American Jewish Committee zusammen mit dem Islamexperten Ahmad Mansour mehr Druck auf die Islamistenszene in Deutschland. Dem heute von Innenminister Friedrich vorgestellten Report zufolge, steigt insbesondere die Zahl radikal-salafistischer Gruppierungen stark an. Diese gelten als mögliche Türöffner für Terrornetzwerke im In- und Ausland.

„Es gibt bislang kaum Handlungskonzepte gegen den wachsenden Islamismus, obwohl jedes Jahr hunderte, zumeist junge Anhänger rekrutiert werden - auch aus der Mitte der Gesellschaft. Antisemitismus und Israelhass sind nicht selten der Lockstoff für junge Leute in die Szene. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und erfordert umfassende Sofortmaßnahmen“, sagt Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute.

Auch innerislamisch wird eine Diskussion über die Problematik eingefordert.

 „Zwar ist der Antisemitismus ein gesamtgesellschaftliches Problem, doch brauchen wir endlich eine ehrliche innerislamische Debatte darüber.  Wir brauchen Vorbilder aus der eigenen Community, die zeigen, dass es auch anders geht. Wir brauchen neue pädagogische Konzepte zur Wertevermittlung. Wir brauchen Begegnung. Aber vor allem brauchen wir die schulischen und außerschulischen Aktivitäten, die kritisches Denken bei Jugendlichen anregen“, ergänzt Ahmad Mansour, der sich u.a. als Mitglied der deutschen Islamkonferenz  und bei dem Projekt „Heroes“ für Demokratie und gegen Antisemitismus einsetzt.

Im Rahmen der letzten Islamkonferenz am 7.Mai wies Mansour, der vom AJC mit dem „Ramer Award For Courage in the Defense of Democracy“ ausgezeichnet wurde, mit Bundesinnenminister Friedrich auf die wachsende Problematik der Radikalisierung hin. Bereits im März dieses Jahres wurden durch das Innenministerium die salafistischen Vereine "DawaFFM" und "Islamische Audios" sowie die "An-Nussrah", als Teilorganisation der im Juni 2012 aufgelösten Vereinigung "Millatu Ibrahim", verboten.

Der Bundesinnenminister hält das Grußwort auf der „Jewish Security Conference“ der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) am 13. Juni in Berlin. Mehr als 85 Repräsentanten jüdischer Gemeinden und zivilgesellschaftlicher Organisationen von 20 OSZE-Staaten werden bei der Tagung erwartet, die vom Antisemitismusbeauftragten der OSZE und dem AJC Director for International Jewish Affairs, Rabbi Andrew Baker, organisiert wird.

Am Donnerstag wird der Deutsche Bundestag zudem eine Resolution zur Bekämpfung des Antisemitismus  diskutieren und verabschieden. Dem Beschluss ging eine langwierige Diskussion um die Konsequenzen aus dem im Dezember 2011 veröffentlichten Bericht der unabhängigen Expertenkommission des Bundestages zum Antisemitismus voraus.

11.06.2013 Meldung

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