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AJC verurteilt Günter Grass‘ Versuch, Israels Sicherheitspolitik zu delegitimieren

04.04.2012

Das American Jewish Committee ist entsetzt über Günter Grass‘ neuerlichen Versuch,  Israel zu delegitimieren. In seinem heute in der „Süddeutschen Zeitung“, der „New York Times“ und der „la Repubblica“ veröffentlichten Prosagedicht „Was gesagt werden muss“, stellt der Literaturnobelpreisträger Israel als Bedrohung für den Weltfrieden dar. Er beflügelt somit die Phantasie derer, die meinen, Frieden im Nahen Osten sei allein durch Verhandlungen mit einem menschenverachtenden Regime zu erzielen. Der Iran wird gleichzeitig von jeglicher Kritik ausgenommen. In den letzten Jahren ist Günter Grass bereits mehrmals durch umstrittene Äußerungen aufgefallen, die Israel als Wurzel allen Übels in der Region diffamieren.

„Günter Grass stellt die Situation auf den Kopf, indem er ein brutales Regime verteidigt, das systematisch seit vielen Jahre internationale Vereinbarungen nicht nur missachtet, sondern mit Füßen tritt“, sagte Deidre Berger, Direktorin des American Jewish Committee Berlin. „Den Präsidenten Ahmadinejad, der für Irans schlimmste Menschenrechtsverstöße steht, Israel das Existenzrecht abspricht und den Holocaust leugnet, als ‚Maulhelden‘ zu bezeichnen und gleichzeitig Israel für einen möglichen Präventivschlag gegen den Iran zu kritisieren, ist eine unsägliche Verzerrung der Tatsachen“, fügte Berger hinzu.

Mit seinen Äußerungen stellt der Literaturnobelpreisträger die einzige demokratisch gewählte Regierung in der Region infrage und findet es keiner Erwähnung nötig, dass Israel sich einer ständigen terroristischen Bedrohung durch die extremistische und von Ahmadinedschad unterstütze Hizbollah ausgesetzt sieht.

„Gerade um eine militärische Auseinandersetzung mit dem Iran zu verhindern, müssen sämtliche Optionen auf dem Tisch bleiben. Grass schadet der deutsch-israelischen Freundschaft ungemein, wenn er Israels notwendige Sicherheitspolitik als Verbrechen bezeichnet und den eigentlichen Verursacher des Konflikts in Schutz nimmt“, so Berger. „Die Frage ist nicht, wie Grass behauptet, ob man Israel kritisieren darf oder ob man sich damit antisemitisch äußert, sondern wie man mit Diktatoren und Holocaust-Leugnern umgeht. Unsere Frage an Günther Grass lautet, wieso er sich berufen fühlt, Israel zu denunzieren statt sich zu den autoritären Regimen im Nahen Osten, die bislang einen regionalen Frieden unmöglich gemacht haben, zu äußern.

04.04.2012 Meldung

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