Meldung

Aufruf zum Mord an Juden: AJC fordert Verurteilung von Berliner Hassprediger

20.07.2014

 

 

Das American Jewish Committee verurteilt die Hasspredigt von Imam Bilal Ismail in der Berliner Al-Nur Moschee auf das Schärfste und fordert, dass mit allen rechtlichen Mitteln gegen den Imam vorgegangen wird. Wie vom Recherche-Dienst „Memri TV“ dokumentiert rief der Imam in seiner Predigt in dem auch bei Salafisten beliebten Gotteshaus zum Judenmord auf.

„Die Hasspredigt des Berliner Imam ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Sie muss nun mit aller Härte des Gesetzes gegen den Prediger vorgehen. Der Aufruf zum Mord ist mit nichts zu rechtfertigen“, sagt Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Realtions.

Das Rede ereignete sich laut dem Dokumentationsdienst Memri TV am vergangenem Donnerstag, dem 18.07. Erst am Samstag-Abend stürmten Teilnehmer einer Gaza-Solidaritätsdemonstration auf ein israelisches Ehepaar, welches die Straße Unter den Linden zufällig kreuzte. Der Mann war mit Kippa als Jude zu erkennen und wurde von den Demonstranten, darunter zahlreiche Hamas-Unterstützer und Anhänger salafistischer Gruppierungen, u.a. mit „Scheiß Jude, wir kriegen dich“ beschimpft. Ein Mitarbeiter des AJC Berlin beobachtete den Vorfall.

„In diesem politischen Klima verwundert es nicht, dass Aktivisten auch dazu bereit sind, Gewalt anzuwenden. Der Antisemitismus wird von Tag zu Tag auf Europas Straßen immer offener skandiert. Die Politik und die Sicherheitsbehörden müssen frühzeitig einschreiten, um Schlimmeres zu verhindern”, so Berger weiter.

Berger schrieb noch an Samstag Abend einen Brief an Innenminister Thomas de Maiziere:  „Wir bitten Sie, solche Vorfälle öffentlich sofort zu verurteilen, um klare Grenzen zu setzen.   Wir bitten Sie auch, soweit ist legal möglich ist, Demonstrationen mit einem klaren antisemitischen Charakter, welche die öffentliche Sicherheit gefährden, wie ein Passant heute in Berlin erleben musste, zu unterbinden. Bei Antisemitismus und Volksverhetzung hört die Meinungsfreiheit auf.“

Bereits am Mittwoch Abend skandierten mehrere Hundert Teilnehmer einer Gaza-Demonstration in Berlin antisemitische Sprechchöre wie „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“. AJC Berlin-Direktorin Deidre Berger erstattete daraufhin Anzeige. Auch in anderen deutschen Städten skandierten palästinensische Aktivisten antisemitische Sprechchöre, so in Essen oder Mainz. In der rheinland-pfälzischen Hauptstadt erstattete der frühere Bundestagsabgeordnete, Johannes Gerster, ebenfalls Anzeige nach antisemitischen Sprechchören.

AJC Berlin-Direktorin Berger rief die Mitglieder des Deutschen Bundestages in einem offenen Brief  am vergangenen Freitag, dem 18.11. zur besonderen Wachsamkeit auf, um ein Anwachsen antisemitischer und israelfeindlicher Propaganda zu verhindern.

Am kommendem Freitag dem 25. Juli findet in Berlin die alljährliche Al-Quds-Demonstrationen iranischer Regimeanhänger statt, zu der wieder zahlreiche Anhänger der terroristischen Hisbollah erwartet werden. Berger forderte gegenüber dem Innenminister, Fahnen terroristischer Organisationen, wie Hamas, Hisbollah oder der Hizbut al-Tahrir auf Demonstrationen zu untersagen.

20.07.2014 Meldung

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