Hands Across the Campus

Die Förderung sozialer (und personaler), moralischer und demokratischer Kompetenzen ist das Ziel von Hands Across the Campus. Diese Kompetenzen werden vor allem in der Familie und in Gleichaltrigengruppen erworben und können in der Schule kultiviert werden.

Hands bietet der Schule ein Rahmenkonzept integrierter Unterrichts- und Schulentwicklung, das es als Orientierung nutzen und weiter ausgestalten kann

  • Die Eltern können die Rolle von Grundwerten in Gesellschaft und Schule kennen lernen
  • Hands verbindet in seinem Konzept Organisationsprozesse und Inhalte und stellt damit die Anforderung, alle Gestaltungsbereiche der Schule nach den demokratischen Bildungszielen zu gestalten
  • Hands strebt die systematische Förderung sozialer, moralischer und demokratischer Kompetenzen an; Schule wird als ein Ort der Persönlichkeitsbildung gesehen
  • Hands beruht auf dem Ansatz der Beteiligung von Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und Schülerinnen und Schülern, auch wenn auf der Beteiligung der Schülerinnen und Schüler in den Hands-Lernangeboten der Schwerpunkt liegt.
  • Hands trägt dazu bei, die Schule transparenter zu machen, Schulkultur zu stärken und die Schule stärker im Umfeld einzubinden, indem zum Beispiel „Service Learning“-Projekte angeregt werden.

Kern des Schullebens sollen Projekte und andere Aktivitäten sein, die durch Selbstorganisation und Selbsterprobung der Schülerinnen und Schüler gekennzeichnet sind. Solche Aktivitäten fördern die Überzeugung von der eigenen Wirksamkeit, die Fähigkeit zur Partizipation und die Fähigkeit und Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Partizipation wird letztlich zum Kern einer Schule, wenn die zentralen Institutionen Möglichkeiten unmittelbarer Beteiligung enthalten. Der Klassenrat, die Schulversammlung und die Aushandlungsgruppe sind Institutionen unmittelbarer Beteiligung, die mit den Gremien repräsentativer Beteiligung intelligent verbunden werden müssen. Aus der Verankerung der Institutionen unmittelbarer Beteiligung in der Organisationsstruktur ergibt sich fast zwangsläufig, dass sich auch Eltern sowie Schülerinnen und Schüler an den Prozessen der Schulentwicklung beteiligen. Das schulumfassende Feedback ist ein Verfahren der gegenseitigen Rückmeldung aller Akteursgruppen in der Schule.

Unmittelbares Ziel jedes Lernangebots ist es, dass die Schülerinnen und Schüler sich an der Debatte zu den entsprechenden Themen beteiligen oder sie initiieren. Dies fördert den Erwerb politischer Urteilskompetenz und dient der Vorbereitung für die Auseinandersetzung mit den fachlichen Inhalten. Die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an Vorhaben des Gemeinwesens ist eine handlungspraktische Herangehensweise an die öffentlichen Debatte. Schülerinnen und Schüler können mit diesen Formen der Beteiligung Gemeinsinn entwickeln und sich eine Vorstellung von einem lebenswerten Gemeinwesen bilden.

Implementierung von Hands Across the Campus
Hands Across the Campus kann in allen Schulformen eingesetzt und im Unterricht und dem schuleigenen Curriculum verankert werden und somit die Schulentwicklung prägen. Durch den spezifischen Charakter von Hands eignet es sich daneben besonders für die Ganztagsschule, weil beide von einer gemeinsamen Grundlage ausgehen. Ausgehend von Hands soll die konzeptionelle Gemeinsamkeit dargestellt werden und anschließend konkrete Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Hands in den Gestaltungsbereichen und Lernangeboten der Ganztagsschule verankert werden kann.
Besonders zwei Ansätze von Hands sind es, die zur gemeinsamen Grundlage hinführen und eine Brücke zur Ganztagsschule schlagen.

  • Die Förderung sozialer, moralischer und demokratischer Kompetenzen soll systemisch erfolgen, d. h. sie ist nicht auf den Unterricht beschränkt, sondern findet in allen Bereichen der Schule statt.
  • Die thematischen Lernangebote führen über das Klassenzimmer hinaus in die Schulöffentlichkeit und zu Aktivitäten im Gemeinwesen. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, ihre Arbeit in der Schul-öffentlichkeit und darüber hinaus vorzustellen und in Aktivitäten und Diskussionen in das Gemeinwesen einzubringen. Das Lernen in der Schule soll mit dem Lernen an außerschulischen Lernorten verbunden werden.

Beiden Ansätzen liegt die Erkenntnis zugrunde, dass soziale, moralische und demokratische Kompetenzen durch die Verknüpfung von Erfahrung, Partizipation, Reflexion und kognitive Auseinandersetzung aufgebaut werden. Um entsprechende Lernsituationen zu schaffen, bedarf es einer Verknüpfung des Lernens in formellen, d. h. vor allem schulisch geprägten Kontexten, mit informellen Kontexten, d.h. dem Lernen in Gruppen von Gleichaltrigen, außerhalb der Schule, in der Freitzeit u.a.

Ziel von Hands ist die Förderung sozialer, moralischer und demokratischer Kompetenzen, deren Bedeutung für die Gesellschaft und damit auch für die Aufgaben der Schule gewachsen ist. Dafür gibt es funktionale und normative Begründungen: Normativ gilt, dass die Anerkennung der Menschen als Subjekte universeller Menschenrechte den Kern der Demokratie ausmacht. Funktional gilt, dass die fortschreitende Entwicklung hin zu einer Wissensgesellschaft die Anforderungen an diese Kompetenzen erhöht.
Gemeinsam ist diesen Kompetenzen, dass die Schülerinnen und Schüler sie nicht nur in der Schule, sondern auch und vor allem in der Familie, den Gruppen von Gleichaltrigen sowie unter dem Einfluss der Medien und der Öffentlichkeit erwerben. Man kann sie nicht ausschließlich kognitiv aneignen, sondern das unmittelbare Erleben und Erfahren sind für ihre Aneignung erforderlich. Der Erwerb dieser Kompetenzen in der Schule unterscheidet sich deshalb vom Erwerb von Fachwissen. Direkte und indirekte Förderung greifen ineinander. Lernen in formellen Kontexten verbindet sich mit dem Lernen in informellen Kontexten.
Hands bietet den Schulen einen Weg, diese komplexen Anforderungen in überschaubaren Schritten in Unterricht und Schulleben sowie durch die Weiterentwicklung der Schulorganisation und der Schulkultur zu gestalten.
Soziale, moralische und demokratische Kompetenzen werden in einem Modell als eigenständige, aber auch miteinander verzahnte Kompetenzbereiche erfasst. Den Kern sozialer Kompetenzen bilden die Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit; demokratische Kompetenzen beziehen sich auf die Entwicklung von politischer Urteilsfähigkeit und politischem Handeln. Moralische Kompetenzen umfassen die Entwicklung individueller Werteorientierungen,  und vor allem auch die Anerkennung von gemeinsamen Grundwerten.

Bezugsmöglichkeiten

Der Ordner wird qualifizierten Bildungs-Expertinnen und -Experten kostenlos zur Verfügung gestellt. Bitte wenden Sie sich an das American Jewish Committee (AJC), das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) oder die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik, Landesverband Berlin-Brandenburg (DeGeDe).

Beteiligte und Partner

 

  • Gefördert im Rahmen der Bundesprogramme „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ und „Entimon“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
  • American Jewish Committee Berlin Office, Lawrence & Lee Ramer Institue (AJC)
  • Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin
  • Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Brandenburg (MBJS)
  • Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM)
  • Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik, Landesverband Berlin-Brandenburg (DeGeDe)
  • Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie e.V, Brandenburg (RAA)
  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • Bündnis für Demokratie und Toleranz
  • Humboldt-Universität Berlin - Evaluation des Projekts
  • Unterstützt wurde das Projekt von der Ford-Foundation, dem "Lapidus Fund for Promoting Tolerance".